Mentale Stärke im Zughundesport

Die mentale Stärke ist ein wichtiges Puzzleteil, welches zwingend benötigt wird, um einem Hund eine lange und gesunde Karriere als Zughund zu ermöglichen.

Der Zughundesport ist für einen Hund neben der körperlichen Leistung vor allem auch eine mentale Höchstleistung. Dem wird gerne zu wenig Beachtung geschenkt. Sehr oft ist der Hund körperlich viel schneller fit, als er es mental wäre. Auch wenn ein Hund vermeintlich problemlos bald mal 4 Km durchpowern kann, ist die Gefahr, dass er damit auf Dauer mental überfordert ist und er dadurch die Freude am Sport verliert, sehr gross. Dazu muss man sich vor Augen führen, dass in einem grossen Gespann die wenigsten Hunde fähig sind das Team verlässlich und dauerhaft anzuführen. Und wir sprechen hier über gezielt für den Zughundesport gezüchtete Schlittenhunde. Im Einzelsport müssen wir unseren einen Hund jedoch zwingend zu einem verlässlichen Leader mit super vielen Fähigkeiten ausbilden, die ihm unter Umständen noch nicht mal speziell «in den Genen» liegen. So darf er lernen ganz alleine vorneweg zu rennen, Kommandos umzusetzen, Nebenreize auf und neben dem Trail auszublenden, ggf. vor (fremden) Hunden zu laufen, zu überholen, überholt zu werden usw. und dabei nie den Fokus auf die Zugarbeit zu verlieren.

Einem Hund muss die Chance gegeben werden, diese mentale Stärke langsam und nachhaltig entwickeln zu können. In Sportarten wie z.B. Agility oder bei Drogenspürhunden, wird schnell klar, dass Körper und Geist des Hundes gleichermassen trainiert werden müssen, damit er den ganzen Parcours laufen, oder einen kompletten LKW auf Drogen absuchen kann. Im Zughundesport merkt man vor allem den eher «hochtriebigen» Hunden, die diese Situationen von Anfang an perfekt meistern, nicht sofort an, wie sehr sie das geistig noch (über)fordert.

Ein Zustand latenter Überforderung hat auch beim Hund schwerwiegende gesundheitliche Folgen.

Daher ist eine unserer wichtigsten Aufgaben im Zughundesport ein mentales Ausbrennen zu verhindern und das Training auch für die mentale Gesundheit unseres Hundes sehr kleinschrittig und mit ausreichend Erholungszeit für den Kopf zu gestalten.

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